Wohlstand im Notstand: Brüsseler EU als neuer Gottesstaat

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Denken auf Vorrat – “Von der Rendite leben, nicht vom Kapital”

Die Chicago School of Economics stellt mit Milton Friedman & Co. drei mal so viele Nobelpreisträger wie Harvard. Trotzdem macht die Geldpolitik seit Jahrzehnten das Gegenteil der alten Wirtschaftslehren aus Chicago und folgt den Lehren der Keynesianer; den Kasinobänkern auf Kosten der Steuerkassen.

Mit Hilfe der Euro-Währung wird seitdem Europas Mittelstand geplündert, ist “Armut für Alle” das Ziel des neuen Brüsseler Finanzfaschismus. Das totalitäre Regime aus Politik- und Geldgewerbe hat Europas öffentliche Institutionen unterwandert und diktiert die veröffentliche Meinung aus seinem Propaganda-Apparat; den finanziell abhängigen Medien – von TV-Staatsorganen bis zu Pressekonzernen.

Mit katastrophalen Folgen – Finanz-Crash 2008 und die groteske Euro-Krise durch staatlich gestützte Spekulation. Gegen diese Geldvernichtung hätten sich sogar Ökonom Milton Friedman (1912-2006) und Psychologe Erich Fromm (1900-1980) verbündet – gegensätzlicher geht es kaum. Freidenker Friedman traut dem Staat nicht, fordert aber ein staatliches Geldmonopol, weil er dem privaten Geldmarkt, den sogenannten “Märkten”, noch weniger traut. Der führt zu Gier. Almosen aus dem Sozialstaat und in der Folge Zwangskonsum asozialer Ramschprodukte führen zu Geiz. Beides führt zur Entfremdung von der realen Welt, nach Fromm die Krankheit des modernen Menschen. Und aktuell nach Enzensberger zur Entmündigung Europas unter der Herrschaft des gottesstaatlichen Brüsseler EU-Monsters.

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Das “Europa”-Gequatsche – Eine Ideologie von Psychopathen für Psychopathen

Der Widerstand wächst. In allen EU-Mitgliedsstaaten des Kontinents, in allen bürgerlichen Lagern; unter Intellektuellen und mittelständischen Unternehmern, unter Sozialschwachen sowieso und generell unter Steuerzahlern, die den Verbleib ihrer Wuchersteuern in insgesamt Billionenhöhe hinterfragen.

Noch für Ludwig Erhard war die Marktwirtschaft nie Selbstzweck, sondern essenzieller Bestandteil einer demokratischen Ordnung. Sein Ziel war “Wohlstand für Alle” – sein Erfolg war das Wirtschaftswunder, das gar kein Wunder war. Erhard würde die Europäische Union heute als “Freibeutertum” verurteilen, in der das Zeitalter des Absolutismus wieder auflebt: “L’État, c’est moi” (“Der Staat bin ich”), der Staat als Plünderer und Regulierer der Menschen. Wohl selten in der Geschichte eindrucksvoller blossgestellt als in diesem Gemälde einer europäischen Herrschersippe (Versailles 1670), verwandt und verschwägert über den halben Kontinent wie heute die parlamentarischen Parteien. Realität oder Realsatire?

Geiz ist tödlich – Gier sowieso: Wie Lebensqualität manipuliert wird

Was haben Freizeit und Ferienzeit der Bürger mit der Posten-und-Pfründe-Wirtschaft der Politik zu tun? Alles, denn Lebensqualität ist kein Etikett auf einem Marmeladenglas. Die Qualität des Lebens ist interdisziplinär; mithin “systemrelevant” – wenn auch entgegengesetzt zur Sprechblase des derzeitigen politischen Personals. Alles in unserer Gesellschaft hat mit allem zu tun. Wie in der Medizin, wo der Mensch samt Körper und Geist mit allem zu tun hat, dem er ausgesetzt ist.

Während die mittelständische Wirtschaft – mit seinen Unternehmern, Selbständigen und Freiberuflern das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft – mit immer dreisteren Bevormundungen reguliert und zur Steuerkasse gebeten wird, betätigt sich das Politik- und Geldgewerbe als Steigbügelhalter der Grosskonzerne. Deren Eigentümer, die Aktionäre und Börsenspieler, sind schliesslich die sogenannten “Märkte”. Also das Geldgewerbe daselbst, das – unreguliert und als Lieferant der Staatsschulden direkt aus der Steuerkasse subventioniert – seine satten Zinsgewinne wieder in marktbeherrschende Konzerne investiert. Ein bis dato scheinbar endloser Kreislauf.

Der allein für das Politik- und Geldgewerbe höchst profitable Kreislauf beginnt jeden Tag aufs Neue und wird als “systemrelevant” gepriesen. Ein System, das den Bock zum Gärtner macht. Eine Lizenz zum Gelddrucken. Die Zeche zahlt der Mittelstand, die verwässerte Suppe löffelt der Verbraucher aus. Beide zusammen sind die “99 Prozent” der Wirtschaft und der Bürger, die das System finanzieren.

Der Mensch wird zum ferngesteuerten Ersatzteillager

Das System namens “Europäische Union” ist ein klassischer Legitimationsprozess durch Verfahren. Getreu der Luhmannschen Systemtheorie. Obendrein empfiehlt sich diese Tatsache allen Demokraten als Warnung vor den Auswüchsen des Transhumanismus, wie er laut Arte TV unverhohlen an der Singularity University in Kalifornien propagiert wird. Finanziert von ultrarechtem Grosskapital mit dem Ziel, Menschen zu Maschinen zu machen – zu menschlichen Robotern. Der Transhumanismus wird von Francis Fukuyama als “eine der gefährlichsten Ideen” bezeichnet. Eine fanatische Elite mit religiösem Sendungsbewusstsein, die im erhofften Milliardengeschäft der Zunkunft unterwegs ist: Nanotechnologie, Biotechnologie, Gentechnik, regenerative Medizin und Gehirn-Computer-Schnittstellen; das Hochladen des menschlichen Bewusstseins in digitale Speicher. Eine Fernsteuerung ohne geistigen Widerstand.

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Die sogenannten Technowissenschaften – im Grenzbereich von Technologie, Philosophie und Politik – sind schon heute in der Lage, die körperlichen und geistigen Kapazitäten der Gattung Mensch zu verändern und können neue, künstliche oder hybride Lebensformen schaffen, wie Arte TV auf seiner Web-Plattform Widerstand-2031 anschaulich darlegt. “Regulieren” – das bedeutet im Zusammenhang mit der Brüsseler EU: Den Menschen vorschreiben, wie sie zu denken und zu leben haben, menschliche Freiheiten einzuschränken, souveräne Staaten – res publica – in ein technokratisches Kaiserreich zu “integrieren”.

Vom Wohlstand zum Notstand: Die Brüsseler EU als neuer Gottesstaat

Im Prinzip eine Planwirtschaft wie zu Zeiten der Betonköpfe im roten Moskau, diesmal nur himmelblau angemalt. Statt Hammer und Sichel auf blutrotem Grund flattern heute allerorts goldene Sterntaler auf blauen EU-Fahnen. Offenkundig eine Kopie der ersten US-Flagge von 1776 – siehe Abbildung – eine grobe Verhöhnung des Gründergeistes der USA. Womit sich eine Handvoll selbsternannter EU-Politiker das Ziel wortwörtlich auf die Fahne geschrieben hat: Die Vereinigten Staaten von Europa. Ungefragt. Eigenmächtig. Seitdem sind 500 Millionen Bürger in 27 souveränen Staaten entmündigt. “Seit der EU-Gründung hat die Bevölkerung nichts mitzureden” (Hans Magnus Enzensberger). Ein Putsch ohne Panzer; eine Diktatur auf leisen Sohlen. Getreu der Vorhersage von Thomas Jefferson vor 200 Jahren.

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Um das Schönwettersymbol der Brüsseler EU zu durchschauen und das Szenario zu überblicken, muss die Mehrheit der Bürger nicht erst zu Karrieredoktoren in Politik und Wirtschaft promovieren. Die täglichen Belehrungen durch Chefvolkswirte der Banken und Börsen-Kommentatoren zu besten TV-Sendezeiten empfinden aufgeklärte Bürger längst als Beleidigung der eigenen Intelligenz.

Allein der “Glaube an Europa” sei das Himmelreich auf Erden

Die Geschichte ist eine wertvolle Quelle der Erkenntnis. Danach erkennt man in der Brüsseler EU das Zeitalter des Absolutismus in seiner perfidesten Form – einen Gottesstaat mit klerikalen Strukturen. Aus dem geistlichen Stand ist die politische Klasse geworden, mit heilsverkündenden Predigern in den Massenmedien, mit Zeremonienmeistern für die parteipolitischen Liturgien. Das Volk sind die Laien – der Klerus die “Expeten”. Allein der “Glaube an Europa” sei das Himmelreich. Ganz so, als hätte es Naturgesetze und Hochkulturen auf diesem Kontinent nie gegeben. Als sei die Welt noch eine Scheibe; wie im finsteren Mittelalter.

Eine Glaubensdoktrin nach dem Drehbuch des Kameralismus vergangener Zeiten: Die direkte Intervention des Staates und die untergeordnete Bedeutung des freien Unternehmertums. Mit dem Bedürfnis der absolutistisch regierten Staaten nach wachsenden Steuereinnahmen zur Bezahlung der Armeen, des Beamtenapparats, der repräsentativen Bauten und des Mäzenatentums der Fürsten entwickelte sich über die Jahrhunderte eine vom Dirigismus geprägte wirtschaftspolitische Praxis. Am Ende gar als Zeitgeist verklärt.

Johann Wolfgang von Goethe lässt in Faust – Der Tragödie erster Teil den Zeitgeist so umschreiben:

“Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln.”

Goethe war mit den Privilegien des Pfründe-Systems ja bestens vertraut. Schliesslich wirkte er als Finanzminister am Weimarer Hof und wurde zum Geheimrat im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation bestellt. Bis zu seiner Resignation – das ehrt den Dichter und Denker.

Manipuliert wird freilich nicht nur der Geldfluss des Bürgerkapitals via Steuerkasse; auf der Einnahmen- wie auf der Ausgabenseite. Die passende Massenkultur wird gleich mitgeliefert. Ein alltägliches Beispiel: Alle Welt redet von Nachhaltigkeit. Der Begriff ist längst inflationär geworden, zum Marketing-Instrument, anstatt zum Gütesiegel für gesundes Wirtschaften, wie es jeder Kleinbauer seit jeher vormacht. Nachhaltigkeit droht zur staatlich verordneten, leeren Worthülse für Wohlstand zu werden. Das Gegenteil eines Synonyms für Aufklärung und Leistung. 

Halbseidenes Grünzeug wird als Nachhaltigkeit verkauft

Man schmückt sich mit halbseidenem Grünzeug-Glamour: Öko und Werte, Nachhaltigkeit im globalen Maßstab, Megatrends im Future Lifestyle, Finanzprodukte mit Bio-Stempel – solche Sachen. Die Botschaft: “Alles wird gut!” Das zieht immer. Die vollmundige Sprachlosigkeit der Grosskonzern-Mänädscher unterscheidet sich durch nichts mehr vom nichtssagenden Talkshow-Blabla der Politik.

So verbreitet eine Hotelfachzeitung im Juni 2011 brav den Pressetext eines grossen Reklamekunden: “Nachhaltigkeit macht froh” – Auf die beleidigend primitive Überschrift folgt prompt eine ebensolche Begründung: “Nachhaltiges Handeln stand lange in dem Ruf, Verzicht zu bedeuten. Heute verbindet mehr als die Hälfte der Deutschen mit dem Begriff Nachhaltigkeit auch Lebensfreude. Das geht aus einer Umfrage hervor, die Coca-Cola gemeinsam mit der Verbraucher Initiative e.V. durchgeführt hat.”  Was Limonade mit Nachhaltigkeit zu tun hat, ist freilich nicht überliefert.

Von Arte TV noch satirisch mit “Coca-Colonisierung” übersetzt, ist der neudeutsche Fachbegriff Storytelling in der Tat bereits die alltägliche Praxis der Happiness-Fabriken. Bei Zuckervermarktern wie bei Reise-, Pillen- und Autokonzernen. Wo reine Logik und nackte Physik keine Argumente mehr liefern, da wird der einfältige Glaube an Himmel und Hölle bemüht.

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Erst auf den Kahlschlag folgte die staatliche Forstwirtschaft

Was Nachhaltigkeit wirklich bedeutet, hat Carl von Carlowitz schon vor 300 Jahren anschaulich auf den Punkt gebracht, nachdem halb Europa abgeholzt war. Die damalige Holznot war vergleichbar mit einem heutigen Energie-Notstand und hatte grosse Teile der Wirtschaft lahmgelegt. Holz war der alltägliche Rohstoff für Handwerk, Handel (Transport) und Haushalte. Die Wälder wurden geplündert. Deshalb formulierte Carl von Carlowitz 1713 in seinem Werk Sylvicultura Oeconomica erstmals, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung, durch Säen und Pflanzen nachwachsen konnte. Das Prinzip der Nachhaltigkeit war erkannt – schon vor 300 Jahren.

Aus dem zuerst forstwirtschaftlich geprägten Ansatz hat sich der Leitgedanke für gesundes Wirtschaften im 21. Jahrhundert entwickelt. Die Lösung: “Von den Zinsen leben, nicht vom Kapital.” Nachhaltig gesünder als “frohe Botschaften” von Konzern-Theologen wäre die Rückbesinnung auf das Prinzip von Angebot und Nachfrage, das seit jeher die natürlichen Selbstheilungskräfte der realen Wirtschaft aktiviert und den Gesundheitszustand unserer Konsumgesellschaft verbessern würde. Anstatt Raubbau und Verdrängungswettbewerb durch das Finanz- und Konzern-Unwesen.

“Haben kommt von Halten” – die alte Bauernweisheit beschreibt ein gesundes Prinzip beim nachhaltigen Umgang mit Grund und Boden, mit der Kapitalrendite aus Immobilienbesitz. Die Finanzindustrie hat das Prinzip auf den Kopf gestellt: “Zinsen kommen von Zocken” – Kaufen mit dem Kapital fremder Leute, Weiterverkaufen mit dem Ziel schneller Profite. So verkommt der Immobilienhandel zum Börsenhandel. Wie einst der Wald wird heute das Kapital fremder Leute buchstäblich abgeholzt. “Nach uns die Sintflut!”

Wie vor 300 Jahren der Kahlschlag nur durch staatliche Forstwirtschaft gestoppt werden konnte, so kann heute der Kahlschlag des Bürgerkapitals nur durch staatliche Geldwirtschaft gestoppt werden. Genauer: Durch nationalstaatliche Geldwirtschaft, denn das Brüsseler EU-Monster ist kein Staat. Sein Ziel, durch die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa die Herrschaft der Finanzindustrie zu legitimieren, bedeutet den Kahlschlag des europäischen Kapitals: Das der Bürger und ihrer Kulturen.

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“It’s all retrospective” – Das Geldgewerbe im Baugeschäft

Ein gutes Gegenbeispiel sind die Prinzipien des Architekten und Schriftstellers Frank Lloyd Wright (1867-1959), dessen Werke seit der Entwicklung seines Usonian House die Architektur prägen. Ein Vorläufer der Bauhaus-Schule. “Einfachheit und Ruhe” – Dieser Grundsatz des legendären Baumeisters sollte maßgeblich sein. Um solche Qualitäten zu erreichen, sei alles zu elimieren, was nicht notwendig ist.

Nicht minder spektakulär sind die Fleissarbeiten einer aktuellen Wright-Nachfolgerin. Die Kölnerin Annabelle Selldorf ist heute eine der besten Architekten in New York mit einem erstaunlichen Repertoire an namhaften Standorten. Das Credo der Minimalistin: “It’s all retrospective”. Neben Stadtpalästen für Museen und Universitäten und Hochhäusern in Manhattan gehören auch Ferienhäuser zu Selldorfs kreativer Spielwiese – in den USA eine Disziplin der Architekten-Avantgarde.

Selldorfs Sensibilität beim Umgang mit dem Lieblingsdomizil im Grünen gilt auch für Landhäuser und Strandhäuser in Long Island, dem Atlantik-Resort nahe Manhattan. Long Island ist so gross wie Schleswig-Holsteins Nordseeküste von Hamburg bis Dänemark und in vielen Aspekten vergleichbar. Die Vielfalt dieses Freizeit-Heiligtums der New Yorker wird traditionell gepflegt. Urlaub und Reisen im deutschen Sinne sind für Normalverbraucher in den USA ein unvorstellbarer Luxus. Freizeit begrenzt sich auf Wochenenden, Holidays sind dort nur seltene Feiertage, keine Ferienreisen. Ein kleines Beispiel dafür, wie Konsumenten hierzulande mit Hilfe der Denglisch-Seuche gezielt manipuliert werden.

Wright-Erben wie Selldorf sind zum Glück die lebendige Antithese zu den Gruselbunkern aus heutigen Betonfabriken wie Rem Kohlhaas’ Rotterdamer OMA (Office for Metropolitan Architecture), die derzeit die neureiche Welt mit Mammutgebäuden pflastern. Getreu dem Schnittmuster der DDR-Plattenbauten in Städten ohne Eigenschaften. Finanziert werden die asozialen Schlachtschiffe vorzugsweise aus den vollen Kassen “moderner” Staatsbänker in China, Singapur, Dubai – und natürlich in EU-Europa.

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PPP: Public Private Partnership oder Posten & Pfründe Patenschaft

Wo die Öffentliche Hand ungezählte Milliarden Steuergelder an die Bauwirtschaft zu vergeben hat, da ist das magische Kürzel PPP besonders beliebt. Den Aktionären des Baukonzerns Bilfinger wird der Wert der PPP-Deals vom Ex-Finanzminister Peer Steinbrück bereitwillig bestätigt. Die Welt berichtet: Der Wert für zehn Interview-Antworten des leibhaftigen Steinbrück zur PPP wurde dem Baukonzern von den angeheuerten Redakteuren seines Geschäftsberichts mit 20.000 Euro in Rechnung gestellt.

“Reden ist Geld” hat die FAZ zu Steinbrücks Dinner-Speech-Pfründen festgestellt. Die Nebeneinkünfte des SPD-Kanzlerkandidaten und EU-Kavalleristen hat die Zeitung säuberlich recherchiert und aufgelistet. Überwiegend Honorare von Banken. Ausgerechnet denen hatte Steinbrück in seinem Hauptberuf als Rettungsschirmherr zu Beginn seiner Wahlkampfreden doch den Garaus angekündigt. Realsatire ist geldpolitischer Alltag – die politische Ökonomie ist ein dehnbares Geschäft geworden.

Immobilienblase: In Deutschland drohen spanische Verhältnisse

Trotz der spanischen Krankheit, die das Land in die Pleite getrieben hat, zockt das Geldgewerbe aus aller Welt seit 2008 unbeirrt mit Immobilien-Spekulationen in Deutschland. Kommunalpolitiker fördern die Preistreiberei trotz Euro-Krise seit nunmehr vier Jahren. In den Metropolen heisst das Monopoly-Spiel Gentrifizierung oder auch Yuppisierung. Gebaut wird auf Kredit. Verhökert wird an Immobilien-Fonds. Beide gehören Banken. Die Zeche zahlt der brave Normalbürger: Kleinanleger und Verbraucher.

Die aktuelle Lage in Deutschland: Mieten und Kaufpreise für Wohnungen sind im 3. Quartal 2012 weiter gestiegen. In kreisfreien Städten werden für Mietwohnungen inzwischen durchschnittlich 8,93 Euro/m² verlangt, das sind 1,9 % mehr als noch im 1. Quartal 2012, wie das Forschungsinstitut Empirica auf der Grundlage von 2 Mio. Inseraten ermittelt hat. Der Preisanstieg hält seit nunmehr vier Jahren an. Teuerste Städte sind nach wie vor München (13,03 Euro/m²), Frankfurt (12,07 Euro/m²), Hamburg (10,99 Euro/m²) und Stuttgart (10,72 Euro/m²). Eigentumswohnungen in den kreisfreien Städten verteuerten sich in nur neun Monaten durchschnittlich um 2,8 % auf 2.557 Euro/m². Hier liegt ebenfalls München mit einem Quadratmeterpreis von 4.591 Euro an der Spitze, gefolgt von Freiburg (4.187 Euro), Stuttgart (3.218 Euro) und Hamburg (3.205).

Der Immobilien-Raubzug in Spanien

Diese Durchschnittswerte sind erschreckend genug. Die handelsüblichen Exzesse in den deutschen Metropolen und Schickeria-Lagen dagegen haben spanische Zustände erreicht. Der konzertierte Raubzug in Spanien war eine Koproduktion von Politik und Finanzindustrie, überwiegend der öffentlich-rechtlichen Sparkassen, zuweilen im Format von Grossbanken und “kontrolliert” von der jeweils regierenden Partei. Die Plünderer sind weiterhin in Amt und Würden, schlimmstenfalls nur abgewählt.

Jahrelang bejubelte das Medienkartell im In- und Ausland das “spanische Wirtschaftswunder”, während das Geldgewerbe vor aller Augen Hypotheken bis zu 200 Prozent vom Verkehrswert amtlich überbewertete, der seinerseits schon den Realwert (Baukosten) um 400 Prozent und mehr überstieg.

So kletterte der Preis für einen Stellplatz in Tiefgaragen spanischer Innenstädte auf über 100.000 Euro und steht bis heute so zu Buche. In TV-Spots wurden Hypo-Kredite angepriesen wie ein Pizza-Service frei Haus. Als kreditwürdig galt jeder Hilfsarbeiter mit einem festen Arbeitsvertrag; darunter Gastarbeiter aus Südamerika, solange sie nur älter als 18 waren. Wer als Einheimischer nicht wenigsten eine Zweit- oder Drittwohnung kaufte, galt als asozial. Das Jonglieren mit Millionen wurde schnell zum Volkssport. So lange, bis die Wundertüte platzte und zig Millionen Spaniern die heisse Luft um die Ohren flog.

Stand heute: Familien und Firmen sind insolvent. Die Immobilien gehören den Banken. Jetzt sollen in- und ausländische Steuerzahler für die EU-Rettungsschirme bluten, die dem Geldgewerbe die perverse Differenz zwischen Realwert und Buchwert erstattet. Ein glänzendes Geschäft – für die Banken!

Bis heute wird keinem von Tausenden staatstragender spanischer Lehman Brothers der Prozess gemacht. Auch keinem von Tausenden Brüsseler EU-Beamten, denen das makabere Schauspiel ein Jahrzehnt lang angeblich entgangen ist – mitten im ach so integrierten EU-Europa, in dem zwar der Krümmungsgrad spanischer Bananen vermessen wird, nicht aber die Sickergruben des Geldgewerbes.

Wundersame Geldvermehrung ohne Geld

Was seit der Euro-Einführung als spanisches Wirtschaftswunder gefeiert wurde, war lediglich eine wundersame Geldvermehrung ohne Geld, bei der massenweise Haus und Grund den Besitzer wechselte – und am Ende der Bank gehörte. Alle anderen sind jetzt pleite. Die Bank natürlich auch. Aber die wird gerettet – von den Opfern. So Gottes Wille im Gottesstaat Brüssel. Ketzern droht die Heilige Inquisition.

Nicht nur in der Politik, auch in den deutschen Medien und Industrielobbys wurde – und wird – die spanische Zeitbombe unisono totgeschwiegen. Das ist umso merkwürdiger, als ein gutes Dutzend führender deutscher Massenmedien seit etwa 50 Jahren erfahrene Korrespondenzbüros in Madrid unterhält und deutsche Konzernfilialen die spanische Industrie dominieren – seit nunmehr 100 Jahren; so alt ist die Deutsch-Spanische Handelskammer vor Ort. Hinzu kommt die landesweit operierende Deutsche Bank, die zusätzlich die spanische Postbank betreibt. Sind Tausende deutscher Spanien-Geschäftsführer bereits Untertanen der veröffentlichten Meinung? In diesem Fall noch gravierender: Der nichtveröffentlichten Meinung. Obwohl die Staatspleite seit Jahren Tagesgespräch auf offener Strasse ist; in einem Land mit fast 50 Millionen Einwohnern. Eine Zensur totalitärer Dimensionen.

Die Bilanzleichen in den Kellern der Bad Banks werden nun unter EU-Rettungsschirmen getrocknet, die betrogenen Bürger aber bleiben über Generationen überschuldet. Statt Währungsreform und Neubeginn ist Spaniens Volkswirtschaft jetzt zurück in der finsteren Franco-Zeit des vergangenen Jahrhunderts. Summa summarum: Zufall oder Absicht? Grobe Dummheit oder machiavellische Intelligenz?

Das Gebot der Stunde: Währungsreform statt Rettungsschirm

Apropos Rettungsschirm: Wer den heissen Süden kennt, der weiss, wie gesund und reinigend ein starker Regen ist. Wer rechnen kann, steht lieber nackt im Regen – daran ist noch keiner gestorben – als unter dem Rettungsschirm einer Bank. Wohl wissend, dass er zu Hause einen Schrank voll trockener Tücher besitzt. Eine schwäbische Hausfrau würde die Metapher pragmatisch weiterdenken. Ganz alleine, ohne selbsternannte Experten und einem ernannten Rat der Weisen zu fragen. Stattdessen würde dieselbe Hausfrau ihrer Hausbank kündigen; wegen sittenwidriger Belästigung.

Warum nur glauben Finanzminister und sonstiges Personal, sie könnten den Haushalt besser führen als die schwäbische Hausfrau? Warum nur verwechseln Politiker ihre Anstellung als Dienstbote auf Zeit mit der Rolle des Hausherrn? Im richtigen Leben ein Grund zur fristlosen Entlassung.

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Seit den Gründerzeit-Pionieren um Henry Ford hat sich kaum etwas geändert

Wie schnell sich die Zeiten ändern – möchte man meinen, vergleicht man die beschaulichen Bilder vom Beginn des Reisezeitalters vor nur 50 Jahren mit den heutigen Betonwüsten an Mittelmeerstränden. In Wahrheit hat sich kaum etwas geändert. Ausser: Heute ist alles reguliert. Von der Bananenkrümmung bis zur Glühbirne, angeblich zwecks “Verbraucherschutz”. Eine ebenso schamlose wie respektlose Gleichmacherei, die den vielfältigsten und liebenswertesten Multikulturkreis auf diesem Planeten, den Kontinent Europa, vor allem EU-, Euro- und Konzern-tauglich machen soll.

Nur in den elementarsten Wirtschaftssektoren herrscht hemmungsloser Wildwuchs: Im Geldgewerbe, in der Nahrungsverseuchung, im Energiegeschäft, in der Gesundheitsindustrie, um nur einige beim Namen zu nennen. Unsere Gesellschaft ist längst nicht mehr von Angebot und Nachfrage geprägt, sondern von Plattmachern zwecks Konsum versus Vernunft. Dank omnipräsenter staatlicher Intervention gegenüber Normalbürgern. Und dank Subventionen aus den Steuerkassen, mit deren Hilfe den Konzern-Oligarchen die Kosten und Verluste verstaatlicht und den Börsenspielern die Gewinne privatisiert werden. Das Kunstgeld aus den Gelddruckmaschinen will rotieren. Gegen immer schnellere Verzinsung, folglich immer riskanter. Eine hochexplosive Mischung.

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Das ist nicht im Sinne der mühsamen Industriellen Revolutionen in der 200-jährigen Geschichte der realen Wirtschaft, die trotz aller Erschwerniszulagen seitens der Staatspolitik (Diktaturen, Kriege, Posten & Pfründe) und seitens der Finanzmärkte überlebt hat. Dagegen hat Automobil-Legende Henry Ford schon vor 100 Jahren lautstark gewettert. Henry Ford der Erste (1863-1947), der Ökologie-Pionier, Vorzeige-Unternehmer und Zeitungsverleger aus Leidenschaft, wörtlich über seinen Erzfeind: “Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen Früh.” Da hatte der bodenständige Bauernsohn und geniale Ingenieur bereits Wirtschaftsgeschichte geschrieben.

Nach Henry Ford wurde der Begriff Fordismus benannt, dessen Organisation von Arbeit und Kapital als typisch für die industrielle Epoche gilt: Die Entwicklung des Wohlstands anstelle des zu erwartenden krisenhaften Zusammenbruchs des Kapitalismus.

Seit 200 Jahren: Thomas Jefferson versus Goldman Sachs & Co.

Bei diesem markanten Beispiel mag man bleiben, indem man die Zeit noch weiter zurückdreht. Zurück zu Thomas Jefferson, dem dritten US-Präsidenten und einem der aufgeklärtesten Staatsmänner der Weltgeschichte, der das heutige Finanz-Desaster schon vor 200 Jahren vorhergesagt hat. Das geschichtsträchtige Jefferson-Zitat von 1809:

“Ich bin davon überzeugt, dass die Bankinstitute eine größere Bedrohung für unsere freiheitliche Ordnung darstellen als stehende Armeen … Sollte das amerikanische Volk je zulassen, dass private Banken die Kontrolle über die amerikanische Währung erobern, dann werden die Banken und die in ihrem Umfeld entstehenden Unternehmen … die Menschen all ihres Reichtums berauben, bis ihre Kinder eines Tages … ohne ein Dach über dem Kopf aufwachen. Die Macht, Geld in Umlauf zu bringen, muss den Banken entrissen und an das Volk zurückgegeben werden, dem sie von Rechts wegen zusteht.”

Mit fremder Leute Schulden und Steuern lässt es sich vorzüglich zocken

Dem bleibt heute, 200 Jahre später, nur hinzuzufügen: Die Wurzel des Übels hier in Europa, vor unserer Haustür, ist die Geld-Union namens Europäische Union. Konkret eine Steuergeld-, Staatsschulden- und Finanzlobby-Union, die sich – siehe Jefferson – nur noch mühsam durch rechtsstaatliche Organe wie das deutsche Bundesverfassungsgericht kontrollieren lässt. Also nur noch unter dem Rettungsschirm der obersten Richter in souveränen Staaten. Das ist einstweilen der Tiefststand der Hinterzimmerpolitik dreister Schlips-und-Kragen-Täter. Heute, 200 Jahre nach Jefferson, werden die Schlüsselpositionen der Geldmacht EU erneut von Goldman-Sachs-Bänkern & Consorten kontrolliert. Allen voran vom obersten Währungshüter in der Euro-Bank EZB.

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Die Realwirtschaft hat überlebt, auf die Naturgesetze der Physik war Verlass. Bis dato jedenfalls, denn der vermeintliche Wohlstand ist im Stress. Da mittelständische Produzenten und Konsumenten heute vor allem Steuerzahler sind (Ex-Kanzler Kohl: “50% Steuerbelastung ist Kommunismus”) und die geplatzten Blasen bezahlen, geht die Schere zwischen Gier und Geiz immer weiter auseinander. Andere nennen es Arm und Reich – aber das ist eine linkspopulistische Wortwahl, die über die Dynamik des Geschehens nichts aussagt. Arme und Reiche gab es immer schon. Das fällt in den Bereich der Naturgesetze; mit denen sollte man neidlos leben. Jedenfalls solange Exzesse rechtsstaatlich unterbunden werden.

Carpe Diem für Dumme

Zudem ist Reichtum – im Sinne von Vermögensverwaltung – keineswegs ein Vergnügen. Ausser für Kleingeister mit grossen Portokassen. Reichtum und Wohlstand sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wohlstand dient der bürgerlichen Gelassenheit und, unter anderem, dem Recht auf Faulheit. Der Pflege der Muse und der Muße. Einst ein wertvolles Privileg für Adel und Klerus. Wachstum? Produktivität? Das sind Pflichten für Untertanen. Carpe Diem für Dumme.

Dem römischen Dichter Horaz zufolge heisst Carpe Diem nicht “Nutze den Tag”, sondern “Genieße den Tag” – wörtlich “Pflücke den Tag”. Schliesslich zahlt man schon genug Steuern für fremde Leute in der halben Welt. “Eine gewisse Anzahl von Müßiggängern ist notwendig zur Entwicklung einer höheren Kultur” (Miguel de Unamuno, spanischer Philosoph).

Gier und Geiz jedoch gehören zu den Exzessen des mittelalterlichen Absolutismus. Der ist buchstäblich entthront durch jahrhundertelange geistige Aufklärung und handfeste Aufstände bis zum heutigen Tage – von Wilhelm Tells Flitzebogen über die Pariser Guillotine bis zum Arabischen Frühling. Allesamt Nationalheiligtümer und freigeistige Kulturgüter; freilich immer erst hinterher.

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Ein deutsches Wirtschaftswunder ist für EU-Europa illusorisch

Das deutsche Wirtschaftswunder war kein Wunder. Sein Prinzip ist das Gegenteil der EU-Politik. Trotzdem propagieren EU-”Retter” heute dieses Wunder frivol als Lösungsmodell für marode Staaten, die sich durch hemmungsloses Neureichtum, politische Korruption und gieriges Geldgewerbe ruiniert haben. Durch wirtschaftliche Exzesse, nicht durch kriegerische Gewalt.

Als Gegner von Zwangswirtschaft und staatlichem Dirigismus wäre Ludwig Erhard heutzutage der prominenteste EU-Gegner. Erhard ist von Anfang an gegen die gerade in Deutschland traditionell so mächtigen Lobby-Verbände und Wirtschaftskartelle vehement vorgegangen. Auch Milton Friedman bewunderte Ludwig Erhard, als der unter den “Marktwirtschaftlern” der 60er und 70er Jahre sogar als altmodisch attackiert wurde.

Ganz anders als in der heutigen EU waren die Ursachen des Wirtschaftswunders vor 50 Jahren auf brutale Weise transparent. Deutschland war zwischen Kriegsende und Währungsreform ein völlig zerstörtes, hungriges und armes Land. Als Industrienation am Ende eines fanatischen Weltkriegs in Schutt und Asche gebombt – unterernährt, aber nicht unterentwickelt. Die Startbedingungen der realen Wirtschaft waren sehr gut: Währungsreform, freie Preisbildung und Aufhebung der Zwangswirtschaft fielen mit einem enormen Nachholbedarf auf allen Gebieten zusammen.

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Die Währungsreform im Juni 1948 war der Grundstein – eine Voraussetzung für die Neuordnung der Wirtschaft. Die durch den Krieg geschädigte Bevölkerung besaß einen ungeheueren Aufbauwillen und große Arbeitsdisziplin. Das Ausbleiben extremer sozialer Spannungen begünstigte die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung. Die Bundesrepublik entwickelte sich seit den 50er Jahren zu einer modernen Industriegesellschaft mit stark ausgeprägtem Diensteistungssektor.

Von all dem findet sich in den heutigen EU-Krisenstaaten keine Spur. Heute ist nicht der Aufbau aus Schutt und Asche erforderlich, sondern – im Gegenteil – der Abbau korrupter Strukturen. Die aber werden durch gigantische Rettungsschirme aus Steuerkassen, durch inflationäre Gelddruckerei und durch antisoziale Umverteilung weiter gefestigt anstatt beseitigt. Allein zum Nutzen des Politik- und Geldgewerbes. Würde man die Krisenstaaten zum Nutzen der Bürger sanieren, dann wären nationale Währungsreformen wie 1948 der einzig solide Grundstein. Zugleich der Grabstein für die Beerdigung des unsäglichen Euro. Die mahnende Grabinschrift: “Pecunia veritas est” (“Geld ist Wahrheit”).

Ludwig Erhard hätte die EU als “Freibeutertum” verteufelt

Ein Erhard-Zitat, ein halbes Jahrhundert alt, wäre noch heute die Lösung der EU-Krise: “Nicht die freie Marktwirtschaft des liberalistischen Freibeutertums einer vergangenen Ära, auch nicht das ‘freie Spiel der Kräfte’ und dergleichen Phrasen, mit denen man hausieren geht, sondern die sozial verpflichtende Marktwirtschaft, die das einzelne Individuum wieder zur Geltung kommen lässt, die den Wert der Persönlichkeit obenan stellt und der Leistung dann aber auch den verdienten Ertrag zugutekommen lässt, das ist die Marktwirtschaft moderner Prägung.” Auf gut deutsch: Europa kann nur gerettet werden, indem die EU samt Euro wieder abgeschafft wird.

Für Ludwig Erhard waren Marktwirtschaft und Demokratie essenzielle Teile eines Ganzen. Sein Ziel war nicht die Optimierung der Marktstrukturen, sondern das Glück vieler. Er hat immer wieder betont, dass es in der Wirtschaft nur einen Maßstab gebe, nämlich den Verbraucher. Sein Ziel war “Wohlstand für Alle”. Wie auch für Milton Friedman, der noch als 90-Jähriger der Bush-Administration und der Brüsseler EU die selben schweren Manipulationen vorgeworfen hat.

Leichtverdientes Geld = Leichtsinniger Konsum

Die Ursache liegt gewiss in der ungewöhnlich langen Wohlstandsphase seit den frühen 1960er Jahren. Der Zusammenhang von leichtverdientem Geld und leichtsinnigem Konsum ist offenkundig. Die Exzesse im Jahrzehnt vor dem Crash 2008 hat das System dann nicht mehr verkraftet. Die durch Spekulationsblasen in den Finanzmärkten und durch schnelles Geld entstandenen Schuldenlöcher sind gigantisch. Ein Fass ohne Boden für den produzierenden Souverän; den steuerzahlenden Bürger.

In kaum einem anderen Wirtschaftssektor wird die Verleitung zu unvernünftigem Massenkonsum deutlicher als in der Freizeitwirtschaft. “Freizeit ist Opium fürs Volk” würde Karl Marx, der kein Marxist war, heutzutage wohl sagen. Das Ergebnis ist eine Spassgesellschaft mit infantilen Erscheinungsformen – rückschrittlich statt fortschrittlich für Körper und Geist. Ein Beispiel ist die Erfindung der “Ferienflieger” aus dem Versandhauskatalog, speziell in Deutschland und Grossbritannien. Die Menschen leiden unter Freizeit-Überfluss. Die Folge ist der Reisekonsum aus dem Supermarkt – der Fast-Food-Tourismus zu Low-Cost-Preisen statt gesunder Reisekultur. Ganz im Interesse seiner Erfinder; der Freizeit-Konzerne.

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Paradoxe Kommunalpolitik: Touristen-Marketing statt Kurgast-Kultur

Kaum verwunderlich, dass “Tourismus” – insbesondere “Tourist” – bereits als Schimpfwort verstanden wird. Bezeichnend ist, dass damit immer nur die anderen “Touristen” gemeint sind und sich niemand diesen Schuh auch selber anzieht. Ganz anders an der Nordsee. Hier sind Urlauber bis zum heutigen Tage Feriengäste oder Kurgäste. Der Respekt vor Feriengästen ist im Norden auch dann ungetrübt, wenn der Nachwuchs dafür auf das eigene Apartment verzichtet, das die Eltern als Ferienwohnung vermieten. Eine gastfreundliche Tradition. Schon hier beginnt der Unterschied zur Reiseindustrie.

Paradoxerweise wird das Schimpfwort Tourismus aber ausgerechnet von öffentlichen Einrichtungen propagiert – mittels satter Budgets aus den Steuerkassen. Was sich früher in deutschen Ferienorten noch höflich Kurverwaltung oder Verkehrsverein nannte, biedert sich heute in schrillen Tönen an: Als kommunale – in GmbHs “ausgegliederte” – Tourismus Marketing Gesellschaften oder bestenfalls als Tourist Info. Ein engmaschig verwobenes Netzwerk mit dem Auftritt drittklassiger Werbeagenturen; von der Reisekultur so weit entfernt wie die Pillenreklame von einer Landarztpraxis. Unter Amigos wurde immer schon wahrhaft Großes für den Unterhaltungswert der realen Wirtschaft geleistet.

Solange zigtausend Gastgeber – die Eigentümer privater Ferienhäuser und Ferienwohnungen – diesen Unfug mit Steuerzahlungen finanzieren, haben die Bürger ein Anrecht auf gemeinnützige Dienstleistung inklusive zivilisierter Namensgebung. Zum Beispiel Kurgast-Büro oder Gäste-Service, Besucher-Information oder Ferien-Information. Auch in deutschen Amtsstuben sollte sich herumgesprochen haben, dass “Touristen” andernorts auf der Welt zunehmend ausgesperrt werden. Von Venedigs Bürgermeister ebenso wie von Nationalparks in der Dritten Welt – wegen Umweltschädigung. Ganz im Gegensatz zu den allerorts willkommenen Privatgästen.

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Eine weitere Folge der Übersättigung ist der Verdrängungswettbewerb zu Lasten von Qualität und Leistung. Und zu Lasten eines fairen Wettbewerbs bei Angebot und Nachfrage. Früher, zu Zeiten der Schwerindustrie, haben mutige US-Politiker noch Anti-Trust-Gesetze geschaffen und sind dafür nicht selten erschossen worden. Heute sitzen Politiker in hochdotierten Aufsichtsräten, stehen als “Berater” auf der Payroll börsennotierter Konzerne oder kassieren jährlich ein kleines Vermögen für feierliche Reden vor Lobbyvertretern und Wirtschaftskartellen. Wie in schlechten (?) Hollywood-Filmen fallen die nächsten Gesetzesvorlagen, Auftragsvergaben und Subventionen aus Steuerkassen für die fürsorglichen Konzerne entsprechend profitierlich aus. Eine Hand wäscht die andere. Eine dreiste Interpretation von nachhaltigem Wettbewerb – im Feriendorf am Meer wie im Sumpf der Brüsseler Bürokratie.

Wie konnten die Exzesse im Freizeitmarkt entstehen?

Mangels Alternativen im eigenen Land oder nur mangels Vernunft? Das ist nicht nur ein Thema für die Empirische Sozialforschung – auch für die Psychoanalyse, also für Erich Fromm. Ein treffendes Zitat des deutschstämmigen US-Philosophen: “Funktionales Eigentum ist ein existenzielles Bedürfnis des Menschen; institutionalisiertes Eigentum hingegen befriedigt ein pathologisches Bedürfnis.”

Entfremdung ist nach Erich Fromm die Krankheit des modernen Menschen. Wikipedia hat die Definition Entfremdung nach dem Philosophen und Psychoanalytiker Fromm so zusammengefasst:

“Der Mensch wird zum Götzendiener, der das Werk seiner eigenen Hände anbetet. Er ist nur noch damit beschäftigt zu arbeiten, um konsumieren zu können. Er möchte viel haben statt viel zu sein. Machtstreben, Vergnügungssucht und Besitz verdrängen Liebe, Freude und persönliches Wachstum. Ängstlichkeit verbindet sich mit der Unfähigkeit zu lieben. Der moderne Mensch flieht in ein leeres Geschäftigsein. An die Stelle der traditionellen Werte des Guten, Schönen und Wahren, die der Entfaltung des Menschen dienten, ist der technologische Wert getreten: Das technisch Mögliche wird zum Selbstzweck; ist etwas technisch möglich, dann wird es auch getan. Nach Fromm soll man sich der humanistischen Alternative bewusst werden. Der Humanismus geht vom fühlenden, lebendigen, leidenden und denkenden Menschen als der zentralen Kategorie aus.”

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Milton Friedman: “Der Euro wird die erste schwere Krise nicht überleben.”

Stichwort “denkender Mensch”: Milton Friedman hat in seinem langen Leben als empirisch arbeitender Ökonom und als liberaler Freidenker gewirkt, das Individuum und seine Freiheit ins Zentrum seiner Überlegungen gestellt und dem Staat wenig Vertrauen entgegengebracht. “Der Euro wird die erste schwere Krise nicht überleben.”  Diese Prophezeiung machte der Wirtschaftsnobelpreisträger bereits 1999, ein Jahr vor Einführung der EU-Währung. Er blieb ein überzeugter Anhänger des staatlichen Geldmonopols. Er lehnte den privaten (Banken-) Geldmarkt ebenso ab wie die Deckung von Geld durch Edelmetalle oder Rohstoffe, die er als reine Verschwendung von Ressourcen betrachtete.

Das Szenario heute, frei nach Friedman: Die US-Notenbank Fed ist de facto eine Privatbank. Was die Euro-Notenbank EZB de facto ist, weiss niemand so recht, solange die Brüsseler EU von privaten Parteifürsten regiert wird und nicht von gewählten Bürgern. War die alte EWG noch eine vernünftige Freihandelszone, so hat sich die EU zu einer Neuauflage des Kaiserreichs entwickelt, regiert von Geldpäpsten und Landesfürsten. Ein feudaler Überstaat am Tropf bevormundeter Steuerzahler – das schiere Gegenteil einer Demokratie. Von einem krankhaften Narzissmus befallen, der selbst vor dem eigenmächtig propagierten Endziel “Vereinigte Staaten von Europa” nicht zurückschreckt.

Leere Europasprüche – voller Knüppeleinsatz

Einstweilen schwafeln Politiker aller Couleur noch von der “Integration in Europa”. Integration in was? War vor der Erfindung der EU etwa ein Staat isoliert und ausgegrenzt? Und von was? Antworten gibt es keine. Stattdessen immer neue, leere Sprüche von der “Einigung Europas”. Noch nie gab es mehr Uneinigkeit zwischen Bürgern und Politikern wie heute. In Europas nationalen Rechtsstaaten werden eindeutige Begriffe wie Hausherr (Bürger) und Dienstbote (Politiker) buchstäblich vertauscht. Der Wille des alleinigen Souveräns (des Bürgers) wird ignoriert; Volksabstimmungen werden verhindert.

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Wer will da wem die Zwangseinweisung in welches System diktieren? Wer erdreistet sich da, Deutschlands freie Bürger, und die Bürger in 26 weiteren souveränen Staaten, zu Untertanen einer künstlich erzeugten Fremdmacht zu machen? Oder – um dem Humbug die Krone aufzusetzen – Spaniens König zum Kammerdiener und Britanniens Queen zur Kammerzofe Brüsseler Beamter? Beamte sind Staatsdiener. Anmaßend genug, dass die EU sich Beamte leistet, ohne ein Staat zu sein. Paradox genug, dass ihre Beamten von Steuerzahlern fremder Staaten bezahlt werden. Noch dreister, dass der EU-Apparat darauf drängt, künftig Steuern in fremden Staaten unter eigener Flagge auch direkt eintreiben zu können.

Zurück zum echten Europa mit seinen lebens- und liebenswerten Kulturen

Der Amerikaner Friedman würde die Zustände mit dem Alten Rom vor über 2000 Jahren vergleichen: Von der Römischen Republik, res publica, zum Römischen Kaisertum. Paradoxerweise mit der EU-Kaiserpfalz in Belgien; einem vormals blühenden Wirtschaftsraum, seitdem ein staatliches Kunstgebilde aus der Zeit der käuflichen Monarchien. Heute, nach gut 200 Jahren, ist Belgien immer noch unfähig, sich auf kleinstem Raum selbst zu integrieren – weil aus widernatürlichen Machtspielen selbstgekrönter Familiensippen entstanden. Genau wie das derzeitige EU-Europa. Welchem freien Bürger auf diesem Kontinent nutzen solche Aussichten im 21. Jahrhundert?

Und wem nutzt das benachbarte Finanzparadies Luxemburg im Format einer Stadtgemeinde, dessen Lokalpolitiker sich kraft eines EU-Amtes erdreisten, ungefragt über 500 Millionen fremde Europäer in 27 fremden Staaten zu herrschen? Nach dem selben politischen Dreisatz werden künftig Herrschaften aus Sizilien oder Zypern neue Gesetzesvorlagen für den Deutschen Bundestag schreiben. Im schlimmsten Fall wird eine ausländische Troika den Bürgern in Deutschland bald die Kürzungen der Löhne, Renten, Sozialleistungen und Infrastrukturkosten vorschreiben und deutsches Steuergeld nach Belieben in wildfremde Kassen kanalisieren. Genau das geschieht heute bereits in Südeuropa. Ein unappetitlicher Vorgeschmack auf die Vereinigten Staaten von Europa.

Dem trotz seiner beschränkten Kontrollfunktion sogenannten Europäischen Parlament wurde vom Bundesverfassungsgericht längst bescheinigt: Dieses Parlament ist “kein Repräsentationsorgan eines souveränen europäischen Volkes”. Ein souveränes europäisches Volk gibt es nicht. Es sei denn, dass die Bürger eines jeden souveränen Staates dies per Volksabstimmung selbst entscheiden. So dumm ist kein Volk. Also wird die Demokratisierung der EU verhindert.

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Enzensberger über die Entmündigung Europas

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, 83, kommentiert sein 2011 erschienenes Buch “Sanftes Monster Brüssel oder Die Entmündigung Europas” (Suhrkamp Verlag) mit der Feststellung: “Als hätte es die Verfassungskämpfe des 19. und 20. Jahrhunderts nie gegeben, haben sich EU-Ministerrat und EU-Kommission schon bei der Gründung der Europäischen Gemeinschaft darauf geeinigt, dass die Bevölkerung bei ihren Beschlüssen nichts mitzureden hat.”

Enzensberger weiter: “Immerhin kann sich die Europäische Union aber einer Herrschaftsform rühmen, für die es kein historisches Vorbild gibt. Ihre Originalität besteht darin, dass sie gewaltlos vorgeht. Sie bewegt sich auf leisen Sohlen. Sie gibt sich erbarmungslos menschenfreundlich. Sie will nur unser Bestes. Wie ein gütiger Vormund ist sie besorgt um unsere Gesundheit, unsere Umgangsformen und unsere Moral. Auf keinen Fall rechnet sie damit, dass wir selber wissen, was gut für uns ist; dazu sind wir in ihren Augen viel zu hilflos und zu unmündig. Deshalb müssen wir gründlich betreut und umerzogen werden.” Schlechte Aussichten also. Oder wie der Ingenieur beim Untergang der Titanic: “Salzwasser in der Tennishalle! Ja, das ist ärgerlich, aber nasse Füße sind noch lange nicht das Ende der Welt.”

Bis heute hat noch kein Bürger eines souveränen Staates den Namen eines “EU-Politikers” auf einem Wahlzettel gelesen. Was Brüsseler Funktionäre aber nicht davon abhält, “EU-Richtlinien” an die gewählten Abgeordneten fremder Staaten zu erlassen und für den Fall, dass diese “Richtlinien” nicht unverzüglich in nationale Gesetze verwandelt werden, fremde Staaten mit Strafen zu belegen. Frei übersetzt: Papst und Kaiser in Personalunion. Das gab es nicht einmal im tiefsten Mittelalter.

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Cicero: “Wie lange noch, Catilina, wirst du unsere Geduld missbrauchen?”

Noch nie in der Geschichte wurde ein Reich propagiert, das den Bürgern genutzt hätte. Es hat etwas von weltfremdem “Grössenwahn” (Enzensberger), wenn man romanische Völker germanisieren und germanische Völker romanisieren will. Und slawische, turkmenische und kaukasische Völker gleich mit. Daran haben sich schon die römischen Kaiser in Germanien und die germanischen Kaiser im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation die Zähne ausgebissen.

Zuletzt das Deutsche Kaiserreich preussischer Pickelhauben und das Dritte Reich brauner Faschisten. Bis heute hat nur das British Empire überlebt – jedoch am Ende der Welt und nicht mitten in Europa. Dabei ist das Britische Weltreich im Vergleich mit dem Brüsseler Gottesreich noch halbwegs demokratisch. Grund genug für die Briten, zusätzliche Reichskleptokraten aus Brüssel von der Insel fernzuhalten. Das würde das schöne Eiland in der Nordsee nicht mehr verkraften.

Video oben: Rolf Hochhuths Aufruf zur Revolution gegen den Brüsseler Gottesstaat

Video oben: Nigel Farage – der britische EU-Gegner redet Klartext im EU-Parlament

In freier Natur wie im geistigen und wirtschaftlichen Zusammenleben war Multikultur – im Gegensatz zur Monokultur – schon immer eine fruchtbare Bereicherung. Freie Entfaltung statt planwirtschaftliche Oligarchie. Das gilt seit dem altspanischen Toledo bis zu heutigen Multikulturzentren wie London, Paris oder New York.

Europa nach Schweizer Art: Multikultur statt Monokultur

Wie Europa prächtig funktioniert, das zeigen allein die EU-freien Schweizer Eidgenossen: Mit Direkter Demokratie und mit Respekt – indem man sich in einer Vielvölker-Region tunlichst aus dem Weg geht. Man geniesst die Vorteile und ignoriert die Nachteile. Wie seit Jahrhunderten in der multikulturellen Schweiz; bis heute einmalig in der Welt. Wie im richtigen Leben – in jedem zivilisierten Privathaushalt, in jedem zeitgemässen Betrieb der Realwirtschaft.

Schon Konrad Adenauer bescheinigte den Planwirtschaftlern der SPD: “Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.” Jedem das Seine. Sogar dem deutschen Kanzler-Ehrgeizling Peer Steinbrück – “gross gewachsen unter kleinen Leuten” (FAZ) – dessen “Kavallerie” nicht die erste wäre, die in der freien Schweiz verdroschen wird. Statt peinlicher Pickelhauben-Propaganda sei Steinbrücks EU-Reiterstaffel der Mut empfohlen, im nationalen Wahlkampf den antinationalen Horizont der Vereinigten Staaten von Europa aufzuzeigen. Statt Plakatkleber-Pöbelei vom “Kante zeigen” wäre das einmal ein ehrlicher Klartext.

Zum Klartext über die “Witzfigur” Steinbrück sieht sich sogar die sonst so diplomatische Frankfurter Allgemeine Zeitung veranlasst: “Wie wird dieser Mann sich erst aufführen, wenn er wirklich einmal Kanzler wäre? Er ist jetzt schon einer, der strukturell aus dem Häuschen ist.” Folgerichtig fragt sich die FAZ im selben Leitartikel: “Oder ist die herablassende Manier, die er für Selbstbewusstsein hält, ein Zeichen für odium humani generis, wie die Alten die Menschenverachtung nannten?”

Zum Glück halten 80 Prozent der Wähler den EU-Kanzlerkandidaten für weniger grossartig als der sich selbst. Möge der Wille des Volkes geschehen und Herrn Steinbrück zu seiner ersehnten “Beinfreiheit” verhelfen – zum SPD-Hinterbänkler im Bundestag. Besser noch wäre Direkte Demokratie nach Schweizer Art. Dann könnten sich Hinterbänkler nachhaltig die Beine vertreten; im Privatleben anstatt in den Lobbys der Parlamente.

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Rückzug ins Privatleben ist Freiheit – Widerstand gegen den Gottesstaat ebenso

Kein Mensch braucht einen neuen Gottesstaat. Kein aufgeklärter Bürger braucht Plünderkapitalismus und Knüppelkommunismus aus einer Hand – die Schizophrenie im Endstadium. Schlimm genug, dass Harvard-Apparatschiks heutzutage die Heilige Dreifaltigkeit der Politik-, Finanz- und Konzern-Kleptokratie dominieren, während die geistige Elite der Chicago School – als Teil der intellektuellen Opposition – zu retten versucht, was noch zu retten ist.

Milton Friedman war wie fast alle großen Ökonomen ein Mann mit Prinzipien, aber verbunden mit einer gehörigen Prise Pragmatismus. Letztlich hielt er sich – und das macht ihn sympathisch – keineswegs für unfehlbar, woran sein Schüler und spätere Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Robert Lucas erinnert: “Eine der vielen Lektionen, die ich in Friedmans Vorlesungen lernte, war, meine eigenen Ansichten zu entwickeln, indem ich ökonomische Logik so gut wie möglich anwandte, und keinen Autoritäten zu trauen – nicht einmal Friedman selbst.”  

“Armut für Alle” – Klassenkampf von oben

Die Linke ist längst nicht mehr allein. “Armut für Alle” gehört auf die Wahlplakate aller Parteien. Ohne Ausnahme. Das wäre endlich einmal eine zutiefst ehrliche und klare Ansage!

Nachdem sich das Medienkartell die geistige Armut auf die Fahne geschrieben hat und das Brüsseler Kartell die demokratische Armut auf den blauen EU-Lappen, ist Armut für Alle die logische Konsequenz. Nahezu jede Abstimmung in den Parlamenten – alternativlos und ohne Opposition – ist ein neuer Beweis für den Klassenkampf von oben gegen freie Bürger und andere Zumutungen.

Von Ludwig Erhards “Wohlstand für Alle” zurück zum Notstand für Alle in nur 50 Jahren. Eine stramme Leistung! Jetzt fehlen nur noch die passenden Notstandsgesetze und die Machtergreifung der Brüsseler EU-Oligarchie ist perfekt.

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Abb. oben: Deutschlands würdige “Simplicissimus”-Erben online auf qpress.de

Vom “Indignez-vous!” (“Empört Euch!”) des feinen Freidenkers Stéphane Hessel zur veritablen Réstistance der alten Schule!  In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern erholsame Ferien vom Stress – vom “Wohlstand” der ungesunden Art. Auf daß Sie den Notstand nachhaltig überleben!

Fotos
Aufmacherfoto oben: Marianne von Eugène Delacroix, “La Liberté guidant le peuple”, Französische Revolution Juli 1830, Louvre Museum Paris, Wikipedia
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